• Abb. 1: Verkostungsbogen // tasting notes.
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  • Abb. 2: Netzdiagramm Blatterle // radar chart Blatterle.
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  • Abb. 3: Tortendiagramm Blatterle // pie chart Blatterle.
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  • Abb. 4: Netzdiagramm Fraueler // radar chart Fraueler.
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  • Abb. 5: Tortendiagramm Fraueler // pie chart Fraueler.
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  • Abb. 6: Netzdiagramm Weissterlaner // radar chart Weissterlaner.
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  • Abb. 7: Tortendiagramm Weissterlaner // pie chart Weissterlaner.
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  • Abb. 9: Tortendiagramm Versoalen // pie chart Versoalen.
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  • Abb. 8: Netzdiagramm Versoalen // radar chart Versoalen.
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  • Abb. 10: Netzdiagramm Furner // radar chart Furner.
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  • Abb. 11: Tortendiagramm Furner // pie chart Furner.
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  • Abb. 12: Gerbstoffquantität von Rotweinsorten // tannin quantity of redwine varieties.
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  • Tab. 1: Übersicht über die durchgeführten Anreicherungen des Alkoholgehaltes // Overview of the enrichment of the alcohol content.
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  • Tab. 2: Lesezeitpunkte // Harvest dates.
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  • Tab. 3: Diskriminierenden Kriterien der Verkostung von Blatterle, Versoalen, Weissterlaner und Fraueler. // Discriminatory criteria of the tasting of Blatterle, Versoalen, Weissterlaner and Fraueler.
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  • Tab. 4: Diskriminierenden Kriterien der Verkostung von Furner // Discriminatory criteria of the tasting of Furner.
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  • Tab. 5: Deskriptive Statistik Blatterle //Descriptive statistics Blatterle.
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  • Tab. 6: Deskriptive Statistik Fraueler //Descriptive statistics Fraueler .
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  • Tab. 7: Deskriptive Statistik Weissterlaner //Descriptive statistics Weissterlaner .
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  • Tab. 8: Deskriptive Statistik Versoalen //Descriptive statistics Versoalen .
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  • Tab. 9: Deskriptive Statistik Furner //Descriptive statistics Furner .
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Full Paper

Önologische und sensorische Charakterisierung der Rebsorten Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle und Furner

Enological and sensorial characterisation of the varietys Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle and Furner
Caratterizzazione enologica e sensoriale delle varietà Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle und Furner
Christoph Patauner1, Ulrich Pedri1, Josef Terleth1, Eva Überegger1
1 Versuchszentrum Laimburg

Abstract

South Tyrol has always been a land of many different grape varieties. Many varieties have been cultivated over the years but also abandoned again. However, there is still a niche market in South Tyrol for old, historic local varieties, of which there is a remnant stock that is vinified as a single variety or in a blend. However, some of these varieties do not appear in any catalog of varieties. This project will be used to prepare a dossier for the varieties Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle and Furner in order to register them in the National Variety Catalog.

Südtirol ist seit jeher ein Land der vielen verschiedenen Rebsorten. Viele Sorten sind im Laufe der Jahre aus den verschiedensten Gründen angebaut aber auch wieder entfernt worden. Nach wie vor gibt es aber auch in Südtirol einen Nischenmarkt für alte historische Lokalsorten, von denen ein Restbestand besteht und die entweder reinsortig oder im Verschnitt ausgebaut werden. Allerdings scheinen einige dieser Sorten in keinem Sortenkatalog auf. Dieses Projekt dient zur Ausarbeitung eines Dossiers für die Sorten Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle und Furner, um diese in den Nationalen Rebsortenkatalog eintragen zu lassen.

Il Sudtirolo è da sempre un paese dagli innumerevoli vitigni. Molti di loro nel corso degli anni sono stati coltivati per vari motivi e alcuni sono anche scomparsi. Tuttavia esiste un mercato di nicchia per vecchie varietà locali, dei quali esiste una quantità marginale e che vengono vinificati o in purezza oppure in unvaggio. Alcuni di loro non risultano in nessun catalogo varietale nazionale. Questo progetto serve per la stesura di un dossier per le Varietà Fraueler, Versoaln, Weissterlaner, Blatterle e Furner, per poter registrarle nel catalogo nazionale delle varietà.

Einführung

Südtirol ist seit jeher ein Land der vielen verschiedenen Rebsorten. Viele Sorten sind im Laufe der Jahre aus den verschiedensten Gründen angebaut aber auch wieder entfernt worden. Nach wie vor gibt es aber auch in Südtirol einen Nischenmarkt für alte historische Lokalsorten, von denen ein Restbestand besteht und die entweder reinsortig oder im Verschnitt ausgebaut werden.

Im Rahmen dieses Projektes wurden Trauben dieser Sorten zu Wein verarbeitet. Die Weine wurden sowohl analytisch als auch sensorisch charakterisiert.

Methoden

Zwischen 2014 und 2016 wurden Trauben aus verschiedenen Standorten der Sorten Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle und Furner zu Wein verarbeitet. Die Trauben der Sorte Blatterle stammten aus einer Anlage in Bozen - Bozner Boden. Die Furner-Trauben kamen vom Putzerhof in Lajen während hingegen die Fraueler aus einer Anlage in Schlanders - Vetzan stammen. Versoalen und Weissterlaner stammen direkt vom Standort Stadlhof – Laimburg. Da die oben genannten Rebsorten zum größten Teil sehr schwache Mostgewichte erbrachten, wurden Moste bzw. Maischen wie in der nachstehend angeführten Tabelle 1 aufgezeigt wird mit rektifiziertem Traubenmostkonzentrat angereichert, um den späteren Alkoholgehalt auf ein für Qualitätsweine zutreffendes Mindestmaß anzuheben. In der Tabelle 2 sind die einzelnen Lesezeitpunkte ersichtlich.

Tab. 1: Übersicht über die durchgeführten Anreicherungen des Alkoholgehaltes // Overview of the enrichment of the alcohol content.

+

Jahr

Versoalen

Weissterlaner

Blatterle

Fraueler

Furner

2014

+1 %vol. effektiv

+1 %vol. effektiv

-

+1 %vol. effektiv

-

2015

+1.3 %vol. effektiv

+1.3 %vol. effektiv

+1.3 %vol. effektiv

-

+1.5 %vol. effektiv

2016

-

-

-

-

+1 %vol. effektiv

Tab. 2: Lesezeitpunkte // Harvest dates.

+

2014

2015

2016

Rebsorte

Lesedatum

Rebsorte

Lesedatum

Rebsorte

Lesedatum

Blatterle

22.09.2014

Blatterle

07.10.2015

Blatterle

20.09.2016

Fraueler

16.10.2014

Fraueler

29.09.2015

Fraueler

25.10.2016

Furner

02.10.2014

Furner

22.09.2015

Furner

11.10.2016

Versoalen

16.10.2014

Versoalen

07.10.2015

Versoalen

06.10.2016

Weißterlaner

16.10.2014

Weißterlaner

07.10.2015

Weissterlaner

06.10.2016

Weißweinbereitung

Versoalen, Blatterle, Weissterlaner, Fraueler

Die Trauben wurden zum entsprechenden Lesezeitpunkt, welcher aus Tabelle 2 hervorgeht, von Hand geerntet und in Kisten mit 18 kg Fassungsvermögen zur Weiterverarbeitung in den Kellereibetrieb des Versuchszentrums Laimburg gebracht. Nach klassicher Weißweinbereitung vinifiziert, wurde somit auf eine Maischestandzeit verzichtet. Als Abbeermaschine kam das Modell Lugana 1R des Herstellers CMA zum Einsatz (Stundenleistung 4-6 t/h). Die Trauben wurden nach Entnahme der Stachelwalze leicht angequetscht jedoch nicht vom Stielgerüst abgebeert. Das angequetschte Traubenmaterial wurde daraufhin händisch in die vollautomatisch betriebenen Pressen des Typs Europress Modell T1 mit 100 l Fassungsvermögen gegeben und mit einem Automatikprogramm gepresst. Es kamen dabei 2 verschiedene Druckstufen zum Einsatz. Begonnen wurde mit einem Druck von 1 bar für 10 Minuten, worauf zwei Wiederholungen von je 10 Minuten mit 2 bar Druck folgten. Der Rücksetzdruck belief sich dabei immer auf 0.05 bar. Zwischen jeder Druckstufe wurde der aufgebaute Druck abgebaut, ausreichend gekrümelt und mit der nächsten Druckstufe fortgefahren. Der ablaufende Saft wurde zur Gänze in der Mostauffangwanne gesammelt, wobei 40% der zu erwartenden Zielmenge unverzüglich mit 30 mg/l Kaliummetabisulfit (E 224) behandelt wurden. Erst nachdem der automatische Presszyklus beendet war, wurde der Saft in einer Korbflasche mit 34 l Fassungsvermögen gesammelt und die Gesamtmenge nun definitiv mit 30 mg/l Kaliummetabisulfit (E 224) behandelt bzw. nachgeschwefelt.

Wie in der klassischen Weißweinbereitung üblich, wurde der Most entschleimt, um ihn von Trub- und Schmutzstoffen zu trennen. Damit ermöglicht man eine saubere Gärung und hilft, Fehlaromen zu vermeiden. Dies passierte in diesem Versuch mit der statischen Methode. Dabei wurden die Moste einfach für 16 Stunden bei 5 °C gelagert und entschleimten somit statisch. Im Anschluss wurde der klare Überstand abgezogen und der Entschleimungstrub entfernt. Vorsichtig auf 20 °C erwärmt, wurde je Ausbau eine Mostprobe entnommen, um diese dann im Weinlabor des Versuchszentrums Laimburg auf die wichtigsten Mostinhaltsstoffe untersuchen zu lassen. Um eine sichere und zügige Gärung zu gewährleisten, wurden Trockenreinzuchthefe der Art Saccharomyces Cerevisiae Var. Cerevisiae verschiedener Stämme eingesetzt. Die Hefepräparate wurden nach Angabe des Herstellers rehydriert und dann dem Most zugesetzt. Die anschließende alkoholische Gärung erfolgte bei konstanten 21 °C über regulierte Raumtemperatur. Die Gärdauer war je nach Sorte, Jahrgang und Standort individuell. Der Abstich erfolgte immer bei Gärungsstillstand bzw. bei Restzuckergehalt < 4.0 g/l. Der erste Abstich erfolgte immer unbelüftet.

Um instabile Weinsäure auszufällen, folgte nach dem ersten Abzug eine kurzzeitige Lagerung in der Kühlzelle bei 5 °C für ca. 10 Tage. Anschließend wurden die Jungweine mit 30 mg/l Kaliummetabisulfit (E 224) geschwefelt. Nach einem weiteren Abzug lagerten die Weine bei einer Temperatur zwischen 14 und 18 °C. Dabei wurde ein Gehalt an freier schwefeliger Säure von 25 mg/l eingestellt und überwacht. Die Füllung erfolgte in 0.5 l Glasflaschen mit 30/60 BVS Mündung nach unmittelbar vorhergehender Vor-, Blank- und Sterilfiltration (0.45 µm). Als Verschluss wurde Stelvin 30/60 BVS, Dichtungsscheibe Stanniol, gewählt.

Vom „Labor für Wein- und Getränkeanalytik des Versuchszentrums Laimburg“ wurden auf Wein Analysen im Hinblick auf folgende Inhaltsstoffe durchgeführt:

  • Alkohol im Wein %vol. (FOSS®, WineScan™ SO2), Methodenbuch 5.04pp45rev.0
  • Gesamtsäure im Wein g/l (FOSS®, WineScan™ SO2), Methodenbuch 5.04pp45rev.0
  • Gesamtextrakt im Wein g/l (FOSS®, WineScan™ SO2), Methodenbuch 5.04pp45rev.0
  • Weinsäure im Wein g/l, Methodenbuch 5.04pp46 rev.0
  • Apfelsäure im Wein g/l, Methodenbuch 5.04pp51 rev.0
  • Gesamtpolyphenole im Wein mg/l, Methodenbuch 5.04pp17 rev.1
Alle Weine wurden im Folgejahr der Vinifizierung einer sensorischen Prüfung unterzogen. Die sensorisch zu diskriminierenden Kriterien sind in Tabelle 3 angeführt. Als Verkostungsprofil diente dabei eine Vorlage nach Weiß (1972) [1], welche in Abbildung 1 ersichtlich ist. Um die Urteilssicherheit der einzelnen Panelmitglieder (Techniker, Berater und Fachleute aus Weinbau und Kellerwirtschaft) zu überprüfen wurde das Verfahren nach Kobler (1996) [2] angewandt, wobei für jeden einzelnen Parameter die Kontrollalgorithmen durchgerechnet wurden. Für die Auswertung der erhobenen Daten wurden die Programme Microsoft ® Excel 2016 MSO (16.0.8201.2209) 32-Bit und IBM® SPSS® Statistics Version 20 Release 20.0.0 für varianzanalytische Mittelwertvergleiche (Oneway ANOVA) oder multivarianter Varianzanalyse (Manova) eingesetzt. Als Post-Hoc-Test wurde Tukey-B mit Signifikanzniveau 0.05 über SPSS gerechnet.
×
  • [1 ]Weiss J., Willisch E., Knorr D., Schaller A. (1972). Ergebnisse von Untersuchungen bezüglich der differenzierten Wirkung einer sensorischen bewertenden Prüfmethode gegenüber einer sensorischen Rangordnungs-Prüfmethode am Beispiel von Apfelsaft und Birnennektar. Confructa 17(4/5), 237-250.
  • [2 ]Kobler A. (1996) La valutazione sensoriale dei vini ed il controllo degli assaggiatori mediante l’uso di schede di degustazione non strutturate. Riv. vitic. enol.  49(4), 3-18.
+

Abb. 1: Verkostungsbogen // tasting notes.

Tab. 3: Diskriminierenden Kriterien der Verkostung von Blatterle, Versoalen, Weissterlaner und Fraueler. // Discriminatory criteria of the tasting of Blatterle, Versoalen, Weissterlaner and Fraueler.

+

Jahrgang 2014+2015

Jahrgang 2016

Kriterium

Beschreibung

Beschreibung

Grundfarbe

hellgelb-dunkelgelb

---

Reflexe

gelb-grün

---

Kernobst

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Exotische Frucht

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Steinobst

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Blüten

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Gewürze

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Zitrusfrucht

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Grüne Aromen

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Honig

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Litschi

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Heu

nicht vorhanden-vorhanden

---

Kräuter

nicht vorhanden-vorhanden

---

Geruch

einfach-vielseitig

einfach-vielseitig

Geruch+

neutral-aromatisch fruchtig

neutral-aromatisch fruchtig

Fülle

dünn-voll

dünn-voll

Harmonie

unharmonisch-harmonisch

unharmonisch-harmonisch

Rotweinbereitung

Furner

Die Trauben wurden zum entsprechenden Lesezeitpunkt, welcher aus Tabelle 2 hervorgeht, von Hand geerntet und in Kisten mit 18 kg Fassungsvermögen zur Weiterverarbeitung in den Kellereibetrieb des Versuchszentrums Laimburg gebracht. Um das Stielgerüst von den Beeren zu trennen wurden die Trauben mit einer Abbeermaschine des Typs CMA Lugana 1R (Stundenleistung 4-6 t/h) abgebeert. Daraufhin wurden Maischen in Weithalskorbflaschen mit einem Fassungsvermögen von 34 l gegeben und mit 30 mg/l Kaliummetabisulfit (E 224) geschwefelt. Anschließend wurde je Ausbau eine Mostprobe entnommen, um diese im Weinlabor des Versuchszentrums Laimburg auf die wichtigsten Mostinhaltsstoffe zu untersuchen. Um eine sichere und zügige Gärung zu gewährleisten, wurden Trockenreinzuchthefen der Art Saccharomyces Cerevisiae Var. Cerevisiae verschiedener Stämme eingesetzt. Die Hefepräparate wurden nach Angabe des Herstellers rehydriert und dann der Maische zugesetzt. Die alkoholische Gärung erfolgte bei konstanten 23.5 °C über regulierte Raumtemperatur, wobei die Gärdauer je nach Jahrgang unterschiedlich war. Der Abzug von den Trestern erfolgte bei Gärungsstillstand bzw. bei Restzuckergehalt < 4.0 g/l. Dieser erste Abstich erfolgte mit starker Belüftung über ein Kupfersieb. Die Trester wurden mit vollautomatisch betriebenen Pressen des Typs Europress Modell T1 mit 100 l Fassungsvermögen bei einem Druck von 0.5 bar (Rücksetzdruck 0.05 bar) für 10 Minuten schonend ausgepresst. Der dadurch gewonnene Druckwein wurde der Gesamtmenge zugeführt. Zwei Tage später wurden die Jungweine vom Hefegeläger abgezogen und in Korbflaschen spundvoll bei 23.5 °C gelagert. Sobald der spontan gestartete biologische Säureabbau abgeschlossen war, wurden die Weine erneut abgezogen und mit 20 mg/l Kaliummetabisulfit (E 224) geschwefelt. Anschließend folgte eine Lagerung zwischen 14 und 18 °C. Während der Weinlagerung wurde ein Gehalt an freier schwefeliger Säure von 25 mg/l eingestellt und überwacht. Die Füllung erfolgte in 0.5 l Glasflaschen mit 30/60 BVS Mündung nach unmittelbar vorhergehender Vor-, Blank- und Sterilfiltration (0.45 µm). Als Verschluss wurde Stelvin 30/60 BVS, Dichtungsscheibe Stanniol, gewählt.

Vom „Labor für Wein- und Getränkeanalytik des Versuchszentrums Laimburg“ wurden die Weine auf folgende Inhaltsstoffe analysiert:

  • Alkohol im Wein %vol. (FOSS®, WineScan™ SO2), Methodenbuch 5.04pp45rev.0
  • Gesamtsäure im Wein g/l (FOSS®, WineScan™ SO2), Methodenbuch 5.04pp45rev.0
  • Gesamtextrakt im Wein g/l (FOSS®, WineScan™ SO2), Methodenbuch 5.04pp45rev.0
  • Weinsäure im Wein g/l, Methodenbuch 5.04pp46 rev.0
  • Milchsäure im Wein g/l, Methodenbuch 5.04pp46 rev.0
  • Gesamtpolyphenole mg/l, Methodenbuch 5.04pp17 rev.1
  • Anthocyane mg/l, Methodenbuch 5.04pp02 rev.0
Die Weine der Rebsorte Furner wurden rund 16 Monate nach der Vinifizierung einer sensorischen Prüfung unterzogen. Die sensorisch zu diskriminierenden Kriterien sind in Tabelle 4 angeführt. Als Verkostungsprofil diente dabei eine Vorlage nach Weiß (1972) [1], welche in Abbildung 1 ersichtlich ist. Um die Urteilssicherheit der einzelnen Panelmitglieder (Techniker, Berater und Fachleute aus Weinbau und Kellerwirtschaft) zu überprüfen wurde das Verfahren nach Kobler (1996) [2] angewandt, wobei für jeden einzelnen Parameter die Kontrollalgorithmen durchgerechnet wurden. Für die Auswertung der erhobenen Daten wurden die Programme Microsoft ® Excel 2016 MSO (16.0.8201.2209) 32-Bit und IBM® SPSS® Statistics Version 20 Release 20.0.0 für varianzanalytische Mittelwertvergleiche (Oneway ANOVA) oder multivarianter Varianzanalyse (Manova) eingesetzt. Als Post-Hoc-Test wurde Tukey-B mit Signifikanzniveau 0.05 über SPSS gerechnet.
×
  • [1] Weiss J., Willisch E., Knorr D., Schaller A. (1972). Ergebnisse von Untersuchungen bezüglich der differenzierten Wirkung einer sensorischen bewertenden Prüfmethode gegenüber einer sensorischen Rangordnungs-Prüfmethode am Beispiel von Apfelsaft und Birnennektar. Confructa 17(4/5), 237-250.
  • [2] Kobler A. (1996) La valutazione sensoriale dei vini ed il controllo degli assaggiatori mediante l’uso di schede di degustazione non strutturate. Riv. vitic. enol.  49(4), 3-18.

Tab. 4: Diskriminierenden Kriterien der Verkostung von Furner // Discriminatory criteria of the tasting of Furner.

+

 

Jahrgang 2014+2015

Jahrgang 2016

Kriterium

Beschreibung

Beschreibung

Grundfarbe

rubinrot-dunkelrot

---

Reflexe

orange/braun-violett

---

Waldfrucht

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Kirsche

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Beerenobst

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Blüten

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Gewürze

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Zitrusfrucht

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Grüne Aromen

nicht vorhanden-vorhanden

nicht vorhanden-vorhanden

Dörrobst

nicht vorhanden-vorhanden

---

Schokolade

---

nicht vorhanden-vorhanden

Kakao

nicht vorhanden-vorhanden

---

Vanille

nicht vorhanden-vorhanden

---

Kräuter

nicht vorhanden-vorhanden

---

Geruch

einfach-vielseitig

einfach-vielseitig

Geruch+

neutral-aromatisch fruchtig

neutral-aromatisch fruchtig

Gerbstoffquantität

zu wenig Gerbstoff-optimal-zu viel Gerbstoff

zu wenig Gerbstoff-optimal-zu viel Gerbstoff

Gerbstoff Hart

---

hart-rund

Gerbstoff Bitter

---

bitter-nicht bitter

Gerbstoff Reife

---

unreif-reif

Fülle

dünn-voll

dünn-voll

Harmonie

unharmonisch-harmonisch

unharmonisch-harmonisch

Gesamteindruck

---

schlecht-gut

Ergebnisse

Blatterle

Die auch in frühen Lagen eher spät ausreifende Sorte Blatterle erbringt in den meisten Fällen die Mindestanforderung für Qualitätswein (Tab. 5).

Tab. 5: Deskriptive Statistik Blatterle // Descriptive statistics Blatterle.

+

Deskriptive Statistik "Blatterle"

N

Minimum

Maximum

Mittelwert

Standardabweichung

Alkohol (%vol.)

6

11.67

13.32

12.5733

0.62433

pH-Wert

6

3.35

3.55

3.45

0.07403

Gesamtsäure (g/l)

6

4.66

7.15

5.6517

1.06359

Gesamtextrakt (g/l)

6

19.53

23

20.71

1.60431

Gesamtpolyphenole nach Folin (mg/l)

6

203

258

224.5

22.793

Weinsäure (g/l)

6

1.71

2.5

2.1467

0.33399

Apfelsäure (g/l)

6

1.38

3.12

2.2017

0.71373

Gültige Werte (Listenweise)

6

Sensorisch gesehen ist Blatterle eine eher einfache Sorte mit mäßig fülligen Weinen. Das Aroma wird vordergründig von Kernobst dominiert, dahinter findet sich etwas an exotischer Frucht und Steinobst sowie auch leicht grünliche Noten (Abb. 2). Wie Abbildung 3 zeigt, erinnert Blatterle hauptsächlich an einen Burgundertyp.

+

Abb. 2: Netzdiagramm Blatterle // radar chart Blatterle.

+

Abb. 3: Tortendiagramm Blatterle // pie chart Blatterle.

Fraueler

Die Sorte Fraueler entspricht analytisch gesehen den gängigen Parametern für Qualitätswein. Auffallend sind die hohe Gesamtsäure und der niedrige pH-Wert (Tab. 6).

Tab. 6: Deskriptive Statistik Fraueler // Descriptive statistics Fraueler.

+

Deskriptive Statistik "Fraueler"

N

Minimum

Maximum

Mittelwert

Standardabweichung

Alkohol (%vol.)

6

11.59

13.61

12.3417

0.84552

pH-Wert

6

2.98

3.11

3.0317

0.05115

Gesamtsäure (g/l)

6

8.06

9.5

8.73

0.56335

Gesamtextrakt (g/l)

6

20.42

26.41

22.9583

2.5394

Gesamtpolyphenole nach Folin (mg/l)

6

183

244

214

24.347

Weinsäure (g/l)

6

2.58

3.4

2.9183

0.29267

Apfelsäure (g/l)

6

2.78

4.58

3.6017

0.68488

Gültige Werte (Listenweise)

6

Sensorisch gesehen ist der Wein sehr einfach, mit leichtem Körper und wenig Fülle. Es dominiert die Zitrusfrucht, dahinter etwas grüne Aromen und Blüten (Abb. 4). Vom Typ her ist Fraueler nicht eindeutig zuordenbar (Abb. 5).

+

Abb. 4: Netzdiagramm Fraueler // radar chart Fraueler.

+

Abb. 5: Tortendiagramm Fraueler // pie chart Fraueler.

Weissterlaner

Die Sorte Weissterlaner erfüllt alle gängigen Mindeststandards für Qualitätswein. Zu erwähnen ist der etwas geringe Alkoholgehalt (Tab. 7).

Tab. 7: Deskriptive Statistik Weissterlaner // Descriptive statistics Weissterlaner.

+

Deskriptive Statistik "Weissterlaner"

N

Minimum

Maximum

Mittelwert

Standardabweichung

Alkohol (%vol.)

4

11.85

12.96

12.2625

0.51169

pH-Wert

4

3.3

3.47

3.365

0.07326

Gesamtsäure (g/l)

4

5.08

6.09

5.5175

0.42161

Gesamtextrakt (g/l)

4

18.74

21.55

19.495

1.37192

Gesamtpolyphenole nach Folin (mg/l)

4

199

288

239.25

37.241

Weinsäure (g/l)

4

1.62

2.58

2.1925

0.46414

Apfelsäure (g/l)

4

0.75

2.11

1.6075

0.59197

Gültige Werte (Listenweise)

4

Weissterlaner erbringt einfache, neutrale, aber recht füllige Weine hervor. Die Aromatik ist deutlich von Kernobst geprägt, dahinter etwas exotische Früchte, Blüten und Heu (Abb. 6). Weissterlaner ist am meisten mit einem klassischen Burgundertyp zu vergleichen (Abb. 7).

+

Abb. 6: Netzdiagramm Weissterlaner // radar chart Weissterlaner.

+

Abb. 7: Tortendiagramm Weissterlaner // pie chart Weissterlaner.

Versoalen

Versoalen ist eine eher spät reifende Weißweinsorte. Sie erfüllt alle gängigen Standards für Qualitätswein (Tab. 8).

Tab. 8: Deskriptive Statistik Versoalen // Descriptive statistics Versoalen.

+

Deskriptive Statistik "Versoalen"

N

Minimum

Maximum

Mittelwert

Standardabweichung

Alkohol (%vol.)

6

11.42

13.63

12.1767

1.08437

pH-Wert

6

3.04

3.35

3.1867

0.11553

Gesamtsäure (g/l)

6

5.48

8.76

7.2

1.36245

Gesamtextrakt (g/l)

6

18.03

22.8

20.8767

2.10681

Gesamtpolyphenole nach Folin (mg/l)

6

186

247

204.67

22.115

Weinsäure (g/l)

6

2.36

2.72

2.5583

0.14538

Apfelsäure (g/l)

6

1.75

3.93

2.825

0.89054

Gültige Werte (Listenweise)

6

Versoalen bringt mittelgewichtige und eher neutrale Weine hervor, die sich am Typ eines Burgunders orientieren (Abb. 9). Es dominieren Kernobst und Zitrusfrucht, dahinter exotische Früchte und etwas Steinobst (Abb. 8).

+

Abb. 9: Tortendiagramm Versoalen // pie chart Versoalen.

+

Abb. 8: Netzdiagramm Versoalen // radar chart Versoalen.

Furner

Die Rotweinsorte Furner erbringt alle Mindestanforderungen für Qualitätswein. Auffallend ist der stark variierende Gehalt an Gesamtpolyphenolen (Tab. 9).

Tab. 9: Deskriptive Statistik Furner // Descriptive statistics Furner.

+

Deskriptive Statistik "Furner"

N

Minimum

Maximum

Mittelwert

Standardabweichung

Alkohol (%vol.)

6

10.72

11.76

11.1183

0.42348

pH-Wert

6

3.25

3.37

3.3167

0.03983

Gesamtsäure (g/l)

6

6.68

7.64

7.0467

0.43274

Gesamtextrakt (g/l)

6

23.77

24.9

24.3133

0.37087

Gesamtpolyphenole nach Folin (mg/l)

6

472

1312

774.33

344.886

Anthocyane (mg/l)

6

130

205

166

29.819

Weinsäure (g/l)

6

2.23

2.68

2.4117

0.18798

Milchsäure (g/l)

6

2.89

3.51

3.1983

0.23962

Gültige Werte (Listenweise)

6

Weine aus Furner-Trauben sind recht fruchtbetonte Weine. Es dominieren Kirsche, Beerenobst und Waldfrucht (Abb. 10). Die Farbe bewegt sich im rubinroten Bereich mit stark violetten Reflexen. Anzuführen ist der wenig vorhandene Gerbstoff. Furner ähnelt einem Vernatsch-Wein (Abb. 11).

+

Abb. 10: Netzdiagramm Furner // radar chart Furner.

+

Abb. 11: Tortendiagramm Furner // pie chart Furner.

Abbildung 12 gibt einen Überblick über die Gerbstoffquantität von Furner im Vergleich mit klassischen Südtiroler Rotweinsorten.

+

Abb. 12: Gerbstoffquantität von Rotweinsorten // tannin quantity of redwine varieties.

Diskussion

Klassisch ausgebaut sind die Rebsorten Fraueler, Versoalen, Weissterlaner, Blatterle und Furner im Keller grundsätzlich einfach zu handhaben. Bei den fertig abgefüllten Weinen zeigt sich allerdings immer wieder das mäßige Qualitätspotential dieser Sorten, weshalb vielleicht in Zukunft andere Vinifizierungsmethoden in Frage kommen könnten wie z.B. die Versektung. Als Nischenprodukte werden diese sogenannten historischen Rebsorten Südtirols sicherlich ihren Platz behalten und stellen somit eine wichtige Facette der Südtiroler Weinlandschaft dar.

Danksagung

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei Familie Schuster (Befehlhof Vetzan), Heinrich Mayr (Nusserhof Bozen) und Hubert Runggatscher (Putzerhof Lajen Ried) für die Zurverfügungstellung von Traubenmaterial recht herzlich bedanken. Weiters danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Versuchszentrums Laimburg, die an der Umsetzung und Ausführung dieses Projektes beteiligt waren.

Literatur

  • [1] Weiss J., Willisch E., Knorr D., Schaller A. (1972). Ergebnisse von Untersuchungen bezüglich der differenzierten Wirkung einer sensorischen bewertenden Prüfmethode gegenüber einer sensorischen Rangordnungs-Prüfmethode am Beispiel von Apfelsaft und Birnennektar. Confructa 17(4/5), 237-250.
  • [2] Kobler A. (1996). La valutazione sensoriale dei vini ed il controllo degli assaggiatori mediante l’uso di schede di degustazione non strutturate. Rivista di Viticoltura e di Enologia 49(4), 3-18.

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